Was ist Fitness?



…oder besser gefragt: „Wer ist überhaupt fit?“ Ohne auf dem Wording an sich herumzureiten ist es durchaus ganz nützlich, sich darüber einmal Gedanken zu machen. Ist ein Fußballer fit? Oder ein Ski-Fahrer? Wie ist es mit einem 10 – Kämpfer? Oder vielleicht doch ein Bodybuilder?


Es gibt hier viele Meinungen, die natürlich sehr oft nicht ganz neutral sind. Für den Ski-Fahrer sind die Profi-Skifahrer die fittesten unter uns. Für Bodybuilder war Arnold Schwarzenegger wohl mal der Fitteste Mensch auf Erden.


Zusammengefasst könnte man meinen, dass es doch einiges an Interpretationsspielraum gibt. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, wo irgendjemand eine genau Definition der Begrifflichkeit erstellt.


CrossFit hat es als Sportart erstmals, den Begriff „Fitness“ ein für alle Mal zu definieren. In einem ersten Schritt wurden dafür zehn physische Fähigkeiten definiert. Die sogenannten „10 General Phsyical Skills“. Dadurch wurde erstmal ein Rahmen geschaffen.


Die „10 General Physical Skills“ von CrossFit

1. CardiovascularEndurance (Kardiovaskuläre Ausdauer): Die Fähigkeit von Muskeln, Lunge, Herz und Herz-Kreislauf-System Sauerstoff aufzunehmen, zu transportieren und auch zu „verwenden“.

z.B.: 45 Minuten Dauerlauf


2. Stamina (Durchhaltevermögen): Die Fähigkeit des Körpers, Energie zu speichern, verarbeiten und abzugeben. Die meisten Personen verstehen diese Fähigkeit unter dem Begriff „Ausdauer“. Sozusagen eine gewisse Belastung über einen relativ langen Zeitraum aufrecht zu halten.

z.B.: Wandern gehen oder längere Intervalleinheiten


3. Strength (Kraft): Die Fähigkeit eines Muskels oder einer Muskelgruppe Kraft gegen einen bestimmten Widerstand aufzubringen.

z.B.: 6 Sätze á 3 Wiederholungen Backsquat, Deadlift oder auch Pullups


4. Flexibility (Flexibilität / Beweglichkeit): Die Fähigkeit die Bewegungsspanne an einem beliebigen Gelenk zu optimieren.

z.B.: Eine Kniebeuge im vollen Bewegungsumfang („asstothegrass“) durchführen.


5. Power (Explosivkraft): Die Fähigkeit einer Muskelgruppe möglichst viel Kraft in möglichst kurzer Zeit zu erzeugen.

z.B.: ein 1 Rep Max in einer bestimmten Übung aus dem Gewichtheben oder auch ein High Jump


6. Speed (Schnelligkeit): Die Fähigkeit, die Zeit zwischen sich wiederholenden Bewegungen zu minimieren.

z.B.: Die Beine so schnell wie möglich bewegen (=sprinten)


7. Coordination (Koordination): Die Fähigkeit viele kleine Bewegungsformen in eine erkennbare, größere Gesamtbewegung zu kombinieren.

z.B.: Regelmäßig neue Sportarten probieren und diese schnell meistern


8. Agilty (Agilität): Die Fähigkeit schnell zwischen verschiedensten Bewegungsabläufen zu wechseln. Eine bessere Beschreibung wäre vermutlich „Flinkheit“.

z.B.: Im Zickzack Sprint bei jedem Richtungswechsel stets die Kontrolle behalten.


9. Balance (Balance): Die Fähigkeit, die Platzierung des Körperschwerpunktes im Verhältnis zu seinem Ankerpunkt zu kontrollieren.

z.B.: Über eine Slackline gehen


10. Accuracy (Genauigkeit): Die Fähigkeit eine gewisse Bewegung in eine bestimmte Richtung oder mit einer bestimmten Intensität zu kontrollieren.

z.B.: Zielwerfen


Natürlich gibt es keine Übung auf dieser Welt, die alle zehn Fähigkeiten gleichermaßen trainiert. Hier macht es eben die Mischung aus.

Wenn wir uns diese 10 Fähigkeiten ansehen, fällt auf, dass nirgendwo ein Fokus gelegt wird. Im Gegenteil: Wer versucht seine Maximalkraft zu steigern, wird zwangsläufig Abstriche in der muskulären Ausdauer machen.


Dies wiederum bedeutet, dass oben genannte Sportarten wie Skifahren, Bodybuilding oder Fußball vermutlich niemals alle 10 Fähigkeiten trainieren werden. Das ist auch gar nicht deren Ziel. Je nach Sportart legt man den Fokus eben auf einen anderen Bereich.


Im CrossFit versuchen wir also in allen oben genannten Bereichen ständig besser zu werden. Vernachlässigen wir auch nur einen Faktor, wird sich dies auf die gesamte Leistungsfähigkeit auswirken.


Und das ist es, warum wir diesen Sport so sehr lieben. Es gibt einfach immer etwas zu tun. Außerdem eignet sich CrossFit wirklich ideal als Grundlage für sämtliche andere Sportarten. Nicht ganz ohne Grund bereitet sich Ski-Star Marcel Hirscher jedes Jahr aufs Neue mit Functional Fitness auf die nächste Saison vor.

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